Was haben NOX the Robot, Sir Richard Allan und Thermomix gemeinsam?

Sie waren alle samt Highlights zum 44. Deutschen Marketingtag. Das Motto #_next_level_marketing war Programm: Deep Dive, Startup Pitch, Breakout Sessions, Keynote Speaker wie unter anderem Sir Richard Allan (Vice President of Policy EMEA Facebook, Member of British Parliament) und die Verleihung des Deutschen Marketingpreises an Thermomix. Kein Wunder, dass 1.500 Besucher den Weg ins Kap Europa nach Frankfurt angetreten sind.

Nicht nur gucken – auch mitmachen!

Dieses Jahr war ich nicht nur Zuschauerin und Networkerin, ich hatte auch die Gelegenheit den Tag mitzugestalten. In meiner Funktion als Leiterin des DMV Competence Circle Marketingplanung und -optimierung habe ich die Breakout Session „Return-on-Marketing-Investment… Wege zur Optimierung“ moderiert. Wer jetzt glaubt, das passt aber inhaltlich wie der Deckel auf den Topf, der liegt genau richtig. Die Wirksamkeitsüberprüfung und damit die Erfolgsmessung der Marketingleistung ist eines unserer Themen im Competence Circle. Und aus meiner Sicht gerade in der heutigen Zeit mit immer neuen Herausforderungen einer fragmentierten Mediawelt, der in vielen Branchen drohenden Commodity-Falle und einer agilen Planung im digitalen Zeitalter, ist die Betrachtung der Wirksamkeit von Marketingaktivitäten von aktueller denn je. Einen kleinen Abriss zur Breakout Session habe ich für den Marketingclub Berlin verfasst.

Zurück zum Marketingtag. Besser gesagt zum Vorabend. Denn da gab es neben der Deep Dive Veranstaltung auch das Warm Up, für alle die gerne „reinfeiern“. Und genau dort machte ich Bekanntschaft mit NOX the Robot. Mindestens 2,20 Meter hoch, autark und für 25 Minuten Publikumsspass zu haben. Eine beeindruckende Vorstellung. NOX spricht und interagiert mit den Gästen und versuchte sogar nach „Let me entertain you“ von Robby Williams eine heiße Tanzsohle hinzulegen. Nachdem ich direkt von NOX mit dem Satz „Hey Girl, you have such a beauty and so wonderfull eyes!“ gefolgt von Lionel Richie´s „Hello“ erlag ich bei der Songzeile „Hello, is it me you looking for“ einem Lachflash. Zum Glück wurde alles auf Video dokumentiert und für Selfies stand der mechatronische Entertainer dann auch noch zur Verfügung. Crazy.

 

Erholt von der abendlichen Begegnung startete der Konferenztag mit Sonnenschein und dem üblichen Eröffnungsreigen. Weiter ging´s mit den ersten 6 parallel stattfindenden Breakout Sessions. Bei dem Überangebot von Top Themen hatte ich die Qual der Wahl. Welche Breakout Session werte ich mit meiner Anwesenheit auf? Okay, eine stand ja schon fest –  meine eigene. Aber die war für den Nachmittag vorgesehen. So musste ich mich zur Vormittagsgestaltung zwischen „Purpose-Driven-Marketing“, „Sportsponsoring“, „Künstliche Intelligenz, Bots & Voice Recognition“, „Marketing Science meets Practice“, „Startup-Pitch“ und „Made in Germany!?Produktqualität als USP war einmal“ entscheiden. Puh! Eigentlich will ich überall mal reinschauen. Da alle Räume vor Ansturm gnadenlos überfüllt waren, konnte die Entscheidungshilfe „Platz“ nicht weiterhelfen. Also priorisierte ich nach Interessantheit der Referenten. Ich weiß… – ist subjektiv, aber am Ende des Tages sind wir doch alle nur Menschen. Ich ging zu „Sinkendes Vertrauen in Marken … was machen? (Purpose-Driven Marketing)“. Mit Referenten wie der Marketingleiterin von Rotkäppchen-Mumm Cathrin Duppel, Anja Bettin – Managing Partner Philosophy Brands oder der CMO von Parship Elite, Herbert Murschenhofer.

Bibi loves you

Was habe ich aus dieser Session mitgenommen? Je besser ich meine Zielgruppe und deren Bedürfnisse verstehe und dies in relevante Produkt- und Kommunikationserlebnisse transferieren kann, umso erfolgreicher ist meine Brand. Eigentlich nichts neues, oder doch? Nehmen wir das Beispiel der Beautymarke Bilou. Ist ehrlich gesagt völlig an mir vorbei gegangen. Desto erstaunlicher waren für mich die präsentierten Erfolgszahlen. Und das ganze basierend auf einer reinen Online-Kommunikationsstrategie. Da sage doch mal einer, Online tauge nicht zum Markenaufbau. Bilou heißt im übrigen „Bibi loves you“. Und jetzt sollte dem einen oder anderen ein Licht aufgehen. Die Bibi hat nämlich 4,5 Millionen Fans auf ihrer Plattform Bibi´s Beauty Palace und ist eine der größten Social Media Künstlerin in Deutschland. Gut, bei Kunst kann man sich auch hier streiten, ihr Song ging ja etwas in die Hose und endete mit massiven „Dislikes“. Aber egal – ansonsten alles richtig gemacht. Hut ab! Das Team (Philosophy Brands) rund um Bibi ist das Projekt strategisch angegangen und hat das Markenpaket für die Zielgruppe 16-25 Jahre authentisch geschnürt. Man mag jetzt sagen, war doch klar – bei der Popularität von Bibi in der Zielgruppe. Das stimmt sicherlich und war ein Vorteil in der Kommunikation. Ist aber kein Garant sich im hart umkämpften Duschgel-Markt zu behaupten und auch noch seinen Marktanteil auszubauen. Bilou hatte binnen kürzester Zeit einen Marktanteil (Umsatz) von knapp 10 Prozent (Nielsen KW 20-35/16 ) erreicht und war damit die erfolgreichste Neueinführung 2016. Mit einer cleveren Offline-Online-Strategie schaffte es Bilou Markenerlebnisse in beiden Welten zu kreieren, das Engagement der Zielgruppe zu aktivieren und letztendlich neue Zielgruppen in den Duschgelmarkt zu etablieren. Da kann man wahrlich nicht von einem Zufallstreffer sprechen. Sie haben es perfekt verstanden die Wertvorstellungen und Bedürfnisse der Zielgruppe zu bedienen – Purpose-Driven Marketing eben.

Und Schwups ist der Vormittag fast schon rum und Zeit für Lunch and Networking gekommen.

Weiter ging es unter anderem mit einem interessanten Roundtable. Thema: Influencer Marketing – alles nur VIP-Hype? Moment mal, da hatte ich doch auch schon einen Blogbeitrag… Es gab inhaltlich nicht wirklich viel neues für mich – aber Karin Teigl mit ihrem Blog constantlyk.com war sehr erfrischend und brachte ordentlich Schwung in die Diskussion. Sie sollte mal darüber nachdenken eine Comedy-Show zu machen. Sie hat auf jeden Fall Talent das Auditorium mit ihrer Leidenschaft und ihrem Humor zu begeistern. Und dann kam schon das nächste Highlight. Eine Keynote von Sir Richard Allan (Vice President of Policy EMEA Facebook und Member of British Parliament): Social Media and the Future of Digital. Es ging um Hate Speeches und den noch bestehenden Nachholbedarf. Auch wie Facebook gegen strafbare Inhalte vorgeht und welche neuen Regularien und Maßnahmen in Deutschland umgesetzt werden. Es war von Aufstocken der Mitarbeiter und zusätzlichen Büros die Rede. Auch Fake-Profile während des Wahlkampfes im Rahmen des Politmarketings über Facebook wurde thematisiert. Denn nicht nur in den USA wurde manipuliert, auch in Deutschland gab es zahlreiche Fakeaccounts mit dem Ziel die Wähler zu beeinflussen. „Transparenz und eine legale politische Diskussion sind auf Facebook willkommen. Es ist aber nicht akzeptabel Menschen zu manipulieren. Wir wissen um unsere Verantwortung. Es geht bei Facebook leider nicht mehr nur darum mit Freunden zu kommunizieren, sondern auch um Einflussnahme. Den Job, das zu regeln, nehmen wir sehr ernst.“ so Allan. (Quelle und mehr Infos dazu: absatzwirtschaft.de) Ernste Worte aus England und man darf gespannt sein, ob Facebook seinem Anspruch gerecht werden kann und wird.

Thermomix

Mittlerweile nahen die Breakout Sessions 7-12 und damit auch mein kleiner Auftritt. Gerne hätte ich mir die Sessions „Content Marketing … die Rückkehr zu alten Tugenden?“ oder „Data Driven (Programmatic) Advertising … Goodbye Mediaagenturen?“ angeschaut. Aber dazu hätte ich mich klonen müssen. Was soll´s, nach vorne schauen und auf den Abend freuen war die Devise. Denn der war gespickt mit der Verleihung des Deutschen Marketingpreises an Thermomix und einer wundervollen Laudatio von Michael Trautmann.

Alles in allem war die Aftershow-Party ein toller Ausklang des Konferenztages und für mich steht fest: DMT 2018 in Hannover wird fest in meinem Kalender eingetragen.

Ganz einfach weitersagen!

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